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Pfarrkirche Kühnring

Die Kirche und der Karner in Kühnring. © Reinhard Podolsky

Auf dem östlichen, tiefer liegenden Plateau des Kernwerks, befindet sich die zu Ehren der Hll. Philipp und Jakob geweihte Pfarrkirche. Es handelt sich dabei zweifellos um die ehem. Burgkirche. Den Ursprungsbau bildet ein rechteckiger Saal mit den Maßen von ca. 12,7 x 6,6 m und einer halbrunden Apside im Osten. Die durchschnittliche Mauerstärke dieses Kernbaus beträgt rund 0,8 m. Das außergewöhnlich qualitätsvolle Quadermauerwerk aus Zogelsdorfer Kalksandstein ist aufgrund der exakt gearbeiteten Steinquader und des dadurch kaum sichtbaren Setzmörtels praktisch fugenlos. Derart große Quaderformate finden sich z.B. an der von den Kuenringern errichteten Kirche auf dem Zwettler Propsteiberg. Wie im Dachraum sichtbar, wurden für die Mauerschale meist relativ dünne Platten (15-20 cm) hochkant versetzt – sogenannte Orthostaten. Die Mauerfüllung des Schalenmauerwerks besteht aus Bruchsteinen in opus spicatum-artigem Versatz.

Belichtet wurde der hochmittelalterliche Bau durch rundbogige Doppeltrichterfenster mit einer sehr schmalen lichten Weite. Eines dieser Fenster hat sich – heute vermauert – in der Langhausnordfassade erhalten. An der Südseite haben sich zwei weitere Fenster erhalten. Diese sind jedoch nur vom Dachraum aus zu sehen. Hier ist auch ersichtlich, dass sich die Fenster auf einen nur 17 cm breiten
Lichtschlitz verengen. Im Dachraum über dem südlichen Seitenschiff haben sich ebenfalls Reste des ursprünglichen Portals in der ehem. Südfassade erhalten. Das Portal weist ein ca. 1,10 m breites, gerahmtes, rundbogiges Tympanonfeld auf. Seitlich sind trapezförmige Kämpferplatten erkennbar. Im Kircheninneren ist aufgrund der großen Durchbrüche zum Seitenschiff davon nichts
mehr erkennbar.

Informationen über Führungen finden Sie hier.

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